Tarot für Anfänger – Welche Fehler sollte man vermeiden?
Tarot fasziniert – und überfordert Anfänger gleichzeitig schnell. Die Karten wirken magisch, die Bilder sprechen eine eigene Sprache und im Internet scheinen alle schon „intuitiv“ deuten zu können. Die Realität: Viele Einsteiger machen die gleichen Fehler, sabotieren ihre Lernkurve und verlieren im schlimmsten Fall die Lust am Tarot, bevor sie überhaupt richtig begonnen haben.
In diesem Artikel erfährst du, welche typischen Fehler beim Tarot für Anfänger immer wieder auftreten, warum sie deine Entwicklung ausbremsen und wie du es von Anfang an besser machen kannst. So nutzt du Tarot wirklich als das, was es ist: ein kraftvolles Werkzeug für Klarheit, Selbstreflexion und spirituelle Entwicklung – statt als Quelle von Verwirrung, Angst oder Abhängigkeit.
Was Tarot wirklich ist – und was nicht
Tarot für Anfänger
Tarot als Spiegel statt Zukunftsmaschine
Der erste große Denkfehler vieler Anfänger: Tarot sei ein Automat für Zukunftsvorhersagen. Du stellst eine Frage, ziehst Karten – und bekommst eine Art Urteil über dein Schicksal. Genau das ist die schnellste Route in Frust und Angst.
Tarot funktioniert in seiner tiefsten Form als Spiegel deiner inneren Welt:
- Es zeigt dir unbewusste Muster und Glaubenssätze.
- Es macht Tendenzen und Potenziale sichtbar – keine unverrückbaren Fakten.
- Es hilft dir, Entscheidungen bewusster zu treffen, statt sie dir abzunehmen.
Wenn du Tarot als „Zukunfts-Urteil“ missverstehst, gibst du deine Eigenverantwortung ab. Wenn du es als Spiegel nutzt, wird es zu einem starken Werkzeug für Entwicklung.
Tarot ist kein Ersatz für Denken oder Verantwortung
Ein weiterer verbreiteter Fehler: Tarot soll alle Entscheidungen abnehmen. „Soll ich ihn verlassen?“, „Soll ich kündigen?“, „Soll ich umziehen?“ – und die Karten sollen bitte eine eindeutige Ja/Nein-Antwort liefern.
Tarot kann dir Impulse, Warnsignale und Perspektiven liefern. Entscheiden musst du am Ende trotzdem selbst. Wer Tarot nutzt, um Verantwortung zu vermeiden, landet automatisch in Abhängigkeit – und genau das zerstört die Qualität jeder Legung.
Typische Anfängerfehler im Tarot – und wie du sie vermeidest
Fehler 1: Ohne klare Frage legen
„Ich zieh mal ein paar Karten und schaue, was kommt“ – das machen fast alle Anfänger. Ergebnis: diffuse Bilder, widersprüchliche Eindrücke und das Gefühl, „Tarot funktioniert bei mir nicht“.
Das Problem ist nicht das Tarot, sondern die fehlende Fokussierung.
So machst du es besser:
- Formuliere ein klares Thema: z. B. „Berufliche Entwicklung in den nächsten 3 Monaten“.
- Nutze offene Fragen: „Was darf ich erkennen?“, „Was unterstützt mich?“, „Worin liegt die Herausforderung?“.
- Schreib die Frage vor der Legung in dein Tarot-Journal – so bleibst du fokussiert.
Fehler 2: Zu viele Karten & zu komplexe Legesysteme
Das keltische Kreuz, große Tafel, 10–15 Karten auf einmal – für Anfänger ist das in 99 % der Fälle zu viel. Du versuchst, alle Bedeutungen gleichzeitig zu erfassen, verlierst den Überblick und landest am Ende bei „alles und nichts“.
Besser: Weniger Karten, dafür tiefere Deutung.
- Starte mit 1-Karten-Legungen (Tageskarte, Fokuskarte).
- Für Fragen: 3-Karten-Legung (Situation – Herausforderung – Rat / Vergangenheit – Gegenwart – Tendenz).
- Erst wenn du damit souverän bist, kannst du komplexere Legemuster einbauen.
Fehler 3: Bedeutungen auswendig lernen statt verstehen
Viele Anfänger quälen sich durch lange Listen mit Stichwörtern, bis sie „alle 78 Karten auswendig können“. Das Problem: Die Deutungen bleiben im Kopf, kommen aber im Legemoment nicht ins Fühlen – und wirken dann steif und austauschbar.
Tarot lebt von Bildsprache, Symbolik und Intuition.
Besser:
- Pro Karte: Schau dir das Bild in Ruhe an. Was siehst du? Was fühlst du?
- Schreib deine eigenen Schlagworte auf – zusätzlich zu klassischen Bedeutungen.
- Arbeite mit einer Karte mehrere Tage am Stück, statt jeden Tag neue Karten „abzuhaken“.
Fehler 4: „Negative“ Karten zu wörtlich nehmen
Der Turm, der Teufel, der Tod, Drei der Schwerter – viele Anfänger bekommen Panik, wenn diese Karten auftauchen. Schnell entstehen Katastrophen-Szenarien: Trennung, Tod, Unglück, Verrat.
Damit blockierst du nicht nur dich selbst, sondern verfälschst die Aussage der Karte.
Beispiele:
- Der Tod: Meist Symbol für Transformation, Ende eines Zyklus, tiefen Wandel – nicht für physischen Tod.
- Der Turm: Plötzliche Erkenntnis, Zusammenbruch falscher Strukturen – schmerzhaft, aber befreiend.
- Der Teufel: Abhängigkeiten, Selbstsabotage, toxische Muster – Einladung zur Befreiung.
Frage dich bei „schweren“ Karten immer: Was darf hier ehrlich angeschaut und befreit werden? Statt: „Was Schlimmes passiert mir jetzt?“
Fehler 5: Jede Kleinigkeit „nachfragen“ – Tarot-Übernutzung
Noch eine Legung. Noch eine Zweitmeinung. Noch einmal die gleiche Frage, „zur Sicherheit“. So entsteht ein Teufelskreis: Je mehr du fragst, desto unsicherer wirst du – und desto widersprüchlicher werden die Kartenbilder.
Tarot reagiert auf deine innere Haltung.
Regel für Anfänger:
- Eine Frage – eine Legung.
- Gleiche Frage nicht direkt wiederholen. Warte erst, bis sich im Außen oder in dir etwas verändert hat.
- Maximal eine größere Legung pro Tag, statt 10 kleine „Kontrollziehungen“.
Fehler 6: In emotionalen Ausnahmesituationen legen
Herzschmerz, Panik, Wut, akute Krise – und dann das Tarot-Deck auf den Tisch knallen, um „sofort Antworten“ zu erzwingen. Was folgt, sind meist verzerrte Deutungen, Projektionen und Selbstbestätigung von Angstbildern.
Wenn du innerlich komplett aufgewühlt bist, bist du nicht in der Lage, neutral wahrzunehmen.
Besser:
- Erst stabilisieren: Atmen, spazieren gehen, schreiben, weinen – was auch immer dich runterholt.
- Dann mit klarer Intention fragen: „Was brauche ich jetzt, um gut durch diese Situation zu kommen?“
- Tarot als Unterstützung nutzen – nicht als Notfallknopf.
Tarot, Liebe & Ex-Themen – spezielle Stolperfallen für Anfänger
Fehler 7: Fixierung auf „Kommt mein Ex zurück?“
Eine der häufigsten Einsteiger-Fragen: „Liebt er mich noch?“, „Kommt sie zurück?“, „Wann sind wir wieder zusammen?“ Diese Fixierung blockiert alles andere – einschließlich deiner eigenen Entwicklung.
Das Problem: Du reduzierst Tarot auf eine Ja/Nein-Maschine für eine Person, statt es als Spiegel deiner eigenen Liebesfähigkeit, Grenzen und Lernaufgaben zu nutzen.
Besser Fragen wären z. B.:
- „Was darf ich aus dieser Verbindung für mich lernen?“
- „Was unterstützt mich jetzt, innerlich heil zu werden?“
- „Welche Energie darf ich in mein Liebesleben einladen?“
Fehler 8: Karten zur Bestätigung von Wunschdenken missbrauchen
Du ziehst Karten – die Aussage gefällt dir nicht. Also mischst du neu, ziehst noch mal. Und noch einmal. Bis endlich das Bild kommt, das deine Wunschfantasie bestätigt.
Damit machst du Tarot zur Projektionsfläche für Illusionen.
Konsequenter Ansatz:
- Einmal legen – ehrlich hinschauen.
- Wenn es weh tut: Gefühle zulassen, statt die Aussage „wegzuziehen“.
- Fragen, die dir weiterhelfen: „Was kann ich konkret tun?“, „Was unterstützt meine Heilung?“
Ethische und energetische Fehler beim Tarot
Tarot Fehler vermeiden
Fehler 9: Ohne Einverständnis für andere legen
„Was denkt mein Ex über seine neue Partnerin?“, „Betrügt mein Kollege seine Frau?“, „Wird meine Freundin gekündigt?“ – solche Fragen sind nicht nur ethisch fragwürdig, sie schaden auch deiner eigenen Energie.
Tarot ist am kraftvollsten, wenn du es für dich selbst oder mit ausdrücklicher Erlaubnis anderer nutzt.
Richtlinie:
- Frage immer mit Fokus auf DICH: „Was macht die Situation mit mir?“, „Wie kann ich damit umgehen?“
- Für andere nur legen, wenn sie es ausdrücklich wünschen.
- Keine Spionage-Legungen über Dritte hinter deren Rücken.
Fehler 10: Tarot als Ersatz für Therapie, Arzt oder Anwalt nutzen
Ernsthafte psychische Krisen, schwere Erkrankungen, Rechtsfragen, Finanz- oder Steuer-Themen – hier hat Tarot Grenzen. Wer versucht, mit Karten Diagnosen zu stellen oder Urteile zu ersetzen, verlässt einen verantwortungsvollen Rahmen.
Tarot kann dir helfen, deine innere Haltung zu einer Situation zu erkennen:
- „Was belastet mich emotional in dieser Krankheitssituation?“
- „Was hilft mir, stabil zu bleiben, während ich in Behandlung bin?“
- „Wie kann ich mit meiner Angst vor diesem Prozess umgehen?“
Es ersetzt aber niemals professionelle Beratung.
Fehler 11: Ohne energetischen Rahmen arbeiten
Viele Anfänger legen einfach „irgendwo, irgendwie“ Karten – ohne Schutz, ohne klare Intention, ohne energetische Hygiene. Folge: Sie fühlen sich nach dem Legen leer, verwirrt oder „energetisch vollgesogen“.
Ein minimaler energetischer Rahmen sollte immer dabei sein:
- Kurzes Zentrieren: drei tiefe Atemzüge, kurze Ausrichtung („Ich bitte um klare, hilfreiche Hinweise“).
- Ein simpler Schutzsatz: „Ich öffne mich nur für lichtvolle, konstruktive Informationen.“
- Am Ende bewusst abschließen: Karten zusammenlegen, danke sagen, eventuell Hände waschen.
Struktur statt Chaos – so legst du als Anfänger sinnvoll Karten
Ein klarer Ablauf für jede Legung
Statt „spontan irgendwas ziehen“ hilft dir ein fester Ablauf, Struktur und Sicherheit zu bekommen. Zum Beispiel:
- Thema definieren: Worum geht es konkret?
- Frage formulieren: Offene, klare Frage aufschreiben.
- Kurzes Zentrieren: Atmen, Fokus sammeln.
- Geeignetes Legesystem wählen: 1 oder 3 Karten für Anfänger.
- Karten ziehen & anschauen: Erst Bild wirken lassen, dann ggf. nachschlagen.
- Notizen machen: Intuitive Eindrücke direkt festhalten.
- Konkreten Satz ableiten: „Die Botschaft für mich ist …“
Tarot-Journal als Schutz vor Verwirrung
Viele Anfänger verlieren nach wenigen Wochen den Überblick: „Wann hatte ich welche Karte?“, „Was hat damals eigentlich gestimmt?“ Ein Tarot-Journal bringt Ordnung in den Prozess.
Notiere bei jeder Legung:
- Datum und Uhrzeit
- Deine Frage
- Gezogene Karten
- Erste spontane Deutung
- Spätere Rückschau: Was ist eingetroffen? Was hast du gelernt?
So erkennst du mit der Zeit Muster, verfeinerst dein Verständnis und merkst, wo du vielleicht bisher Fehlinterpretationen hattest.
Lernroutine statt „Alles auf einmal“
Ein anderer Anfängerfehler: In den ersten zwei Wochen alles verschlingen – und dann völlig überladen hinwerfen. Tarot ist kein Sprint, sondern ein langfristiger Lernweg.
Sinnvolle Routine für Einsteiger:
- 2–3 Karten pro Woche gezielt studieren.
- Regelmäßig (z. B. täglich) eine Tageskarte ziehen – mit kurzer Notiz.
- 1–2 mal pro Woche eine kleine 3-Karten-Legung zu einem konkreten Thema.
Weniger Action, mehr Tiefe. So wächst deine Sicherheit Schritt für Schritt – ohne dich zu überfordern.
Üben ohne Druck – wie Anfänger sicher Erfahrung sammeln
Mit dir selbst anfangen
Viele Anfänger wollen sofort für Freunde, Partner oder Online-Bekannte legen. Das ist verlockend, aber oft zu früh. Solange du dich mit deinen eigenen Themen schwer tust, ist es riskant, Verantwortung für andere zu übernehmen.
Besser:
- Monate lang primär für dich selbst legen.
- Danach vielleicht mit einer vertrauten Person üben – klar kommuniziert als „Übung“, nicht als professionelle Beratung.
- Erst später (wenn überhaupt) offiziell für andere anbieten.
Fehler 12: Tarot als „Show“ statt als Prozess nutzen
Gerade online rutscht Tarot schnell in die Unterhaltungsschiene: schnelle Spreads, dramatische Aussagen, „krasse“ Aussagen über Liebe und Zukunft. Für Social Media mag das funktionieren – für echte Entwicklung nicht.
Wenn du Tarot ernsthaft lernen willst, behandel jede Legung als Prozess:
- Du musst nicht in 5 Sekunden eine Antwort haben.
- Es ist okay, eine Karte stehen zu lassen und später noch einmal draufzuschauen.
- Du darfst in Büchern nachlesen, statt so zu tun, als wäre alles „rein intuitiv“.
Fazit: Tarot-Fehler für Anfänger vermeiden – und wirklich wachsen
Die meisten Fehler im Tarot für Anfänger haben eine gemeinsame Wurzel: Ungeduld, Erwartungsdruck und der Wunsch nach schnellen, eindeutigen Antworten. Je mehr du Tarot als spirituellen Spiegel statt als Zukunftsautomat begreifst, desto weniger tappst du in diese Fallen.
Fokussiere dich auf klare Fragen, kleine Legesysteme, ehrliche Selbstreflexion und eine verantwortungsvolle Haltung. Lass dramatische, angstgetriebene Deutungen los und nutze die Karten, um bewusster zu leben – nicht ängstlicher.
Dann wird Tarot nicht zu einer Quelle von Verwirrung und Abhängigkeit, sondern zu genau dem, was es sein kann: ein präzises, sensibles Werkzeug, das dich unterstützt, dich selbst immer besser kennenzulernen – Karte für Karte, Schritt für Schritt.